Morbus Crohn
Wenn Du unter Morbus Crohn leidest und medizinisches Cannabis als Therapieoption in Erwägung ziehen, möchten wir Dich auf diesem Weg begleiten.
Viele Betroffene, die unter der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leiden, suchen nach zusätzlichen alternativen Therapien. Solltest Du medizinisches Cannabis als Therapieoption in Erwägung ziehen, möchten wir Dich auf diesem Weg begleiten.
Cannabis gegen Beschwerden bei Morbus Crohn
Forscher gehen davon aus, dass das Endocannabinoid-System unter anderem an der Regulation von Entzündungsprozessen und den Darmbewegungen beteiligt ist, wobei die genauen Mechanismen noch nicht geklärt sind. Insofern könnte medizinisches Cannabis einen Einfluss auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben.
Die wenigen bisher durchgeführten Studien sind zwar vielversprechend, jedoch zeigen sich bei Patienten unterschiedliche Ergebnisse. Während die einen durchaus von medizinischem Cannabis profitieren können, bleibt bei anderen Patienten die Wirkung aus.
Cannabis auf Rezept bei Morbus Crohn
Wenn Du Dich für einen Telemedizin-Anbieter entschieden hast, wird dieser mehr über Deinen Gesundheitszustand erfahren wollen. Vermutlich wirst Du erst einmal einen Fragebogen ausfüllen und anschließend medizinische Unterlagen einreichen müssen, wie zum Beispiel:
- Arztbriefe von Fachärzten (z. B. Internist oder Gastroenterologe) und Deinem Hausarzt mit Nennung der Krankengeschichte und Diagnose
- Entlassungsbriefe aus Krankenhausaufenthalten
- Befundberichte von Untersuchungen (z. B. Blutuntersuchungen und Darmspiegelungen)
- Medikamentenplan (Name der Arzneimittel, Dosierung, Zeitraum)
Nachdem der Arzt Deine Unterlagen geprüft hat und sich ein umfassendes Bild machen kann, wird er Dich zu einem Erstgespräch einladen.
Weitere wichtige Informationen findest Du in unserem Ratgeberartikel “Cannabis auf Rezept”, der Dir den Weg zum ersten Cannabisrezept erleichtert.
Anwendungsarten von Cannabis bei Morbus Crohn
Um eine schnelle Wirkung zu erzielen, eignet sich das Verdampfen von Cannabisblüten. Hierfür gibt es spezielle medizinische Vaporizer. Alternativ ist aber auch die orale Einnahme möglich. Hierfür gibt es Vollpektrumextrakte, aus denen Apotheker ölige Lösungen herstellen, die dann unter die Zunge getropft werden. Sicherlich wird Dich Dein Arzt über die verschiedenen Applikationsformen aufklären und mit Dir gemeinsam entscheiden, welche Anwendungsform für Dich am geeignetsten ist.
Welche medizinische Cannabissorte bei Morbus Crohn?
Aus einer Befragung von Patienten und einer kleinen Studie mit Kontrollgruppen ist bekannt, dass einige Patienten von Cannabisblüten mit einem hohen THC-Gehalt profitieren konnten. [1, 2] Wiederum berichteten Patienten in einer anderen Studie, dass sich durch die Einnahme eines Cannabisöl mit hohem CBD-Gehalt und niedrigerem THC-Gehalt das Wohlbefinden besserte. [3] Allein diese Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich Patienten auf Cannabis reagieren. Deshalb müssen sie oftmals erst einmal verschiedene Cannabissorten ausprobieren, um die eine Sorte zu finden, die tatsächlich hilft.
Wenn Du Dir einen Überblick über alle auf dem deutschen Markt verfügbaren Cannabisblüten verschaffen möchtest, dann nutze bitte unser Bewertungssystem. Hier steht Dir auch ein praktisches Filtersystem zur Verfügung, sodass Du beispielsweise unter “Symptome” oder “Wirkungen” verschiedene Filteroptionen anklicken kannst und Dir dann Cannabissorten vorgeschlagen werden. Außerdem finden sich zu vielen Cannabissorten bereits Bewertungen von Patienten, die nützlich sein können.
Quellen
[1] Greywoode R, Cunningham C, Hollins M, Aroniadis O. Medical <span class=“no-highlight“>Cannabis</span> Use Patterns and Adverse Effects in Inflammatory Bowel Disease. J Clin Gastroenterol. 2023 Sep 1;57(8):824-829. doi: 10.1097/MCG.0000000000001782. PMID: 36227025; PMCID: PMC10102249, Download vom 26.11.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36227025/
[2] Naftali T, Bar-Lev Schleider L, Dotan I et. al, <span class=“no-highlight“>Cannabis</span> induces a clinical response in patients with Crohn’s disease: a prospective placebo-controlled study. Clin Gastroenterol Hepatol. 2013 Oct;11(10):1276-1280.e1. doi: 10.1016/j.cgh.2013.04.034. Epub 2013 May 4. PMID: 23648372, Download vom 26.11.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23648372/
[3] Naftali T, Bar-Lev Schleider L, Almog S et. al, Oral CBD-rich <span class=“no-highlight“>Cannabis</span> Induces Clinical but Not Endoscopic Response in Patients with Crohn’s Disease, a Randomised Controlled Trial. J Crohns Colitis. 2021 Nov 8;15(11):1799-1806. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjab069. PMID: 33858011, Download vom 26.11.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33858011/