Fibromyalgie

Wenn Du als Fibromyalgie-Patient Cannabis in Erwägung ziehst, möchten wir Dich mit Informationen zu Cannabis als Medizin und nützlichen Tools unterstützen.

Als Fibromyalgie-Patient hast Du sicherlich einen langen Leidensweg hinter Dir und suchst nach einer alternativen Therapieoption. Wenn Du nun Cannabis in Erwägung ziehst, möchten wir Dich auf diesem Weg begleiten.

Cannabis gegen Beschwerden bei Fibromyalgie

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung. Betroffene leiden unter diffusen, tiefen Muskelschmerzen und vielen weiteren Symptomen wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie psychischen Beschwerden wie innere Unruhe, Nervosität oder Ängsten.

Die wenigen Studien, in denen die Wirkung von medizinischem Cannabis auf Fibromyalgiesymptome untersucht wurde, sind größtenteils von geringer Qualität. Oftmals zeigte sich, dass Cannabinoide keine andere Wirkung als Placebo auf die Schmerzreaktionen hatten.[1] Trotz der begrenzten Evidenz scheinen dennoch viele Betroffene gute Erfahrungen mit medizinischem Cannabis zu machen und erfahren hierdurch eine Schmerzlinderung.

Ausführliche Informationen zu medizinischem Cannabis bei Fibromyalgie gibt es in diesem Artikel.

Cannabis auf Rezept bei Fibromyalgie

Üblich ist, dass Telemedizin-Anbieter Dich zunächst bitten, einen Fragebogen auszufüllen, der Deinen aktuellen Gesundheitszustand erfasst. Danach wirst Du medizinische Unterlagen einreichen müssen, wie zum Beispiel:

  • Arztbriefe von Fachärzten (z. B. Neurologe, Rheumatologe, Endokrinologe) und Deinem Hausarzt mit Nennung der Krankengeschichte und Diagnose
  • Entlassungsbriefe aus Krankenhausaufenthalten
  • Befundberichte von Untersuchungen (z. B. Blutuntersuchungen, Röntgen, MRT)
  • Medikamentenplan (Name der Arzneimittel, Dosierung, Zeitraum)
  • Schmerztagebuch, sofern Du eins führst

Anschließend wird Dich ein Arzt zu einem Erstgespräch einladen.

Weitere wichtige Informationen findest Du in unserem Ratgeberartikel “Cannabis auf Rezept”, der Dir den Weg zum ersten Cannabisrezept erleichtert.

Anwendungsarten von Cannabis gegen Fibromyalgie

Du hast verschiedene Möglichkeiten, medizinisches Cannabis anzuwenden. Oftmals entscheiden sich Patienten für Cannabisblüten, die mithilfe eines Vaporizers verdampft werden, da die Wirkung schnell eintritt. Nicht jeder möchte aber Cannabis inhalieren, sodass alternativ ein Cannabisvollspektrumextrakt zur Verfügung steht. Hieraus stellen Apotheker eine ölige Lösung her, die dann oral eingenommen werden kann. Welche Applikationsform für Dich am geeignetsten ist, besprichst Du am besten mit Deinem Arzt.

Welche medizinische Cannabissorte bei Fibromyalgie?

Die Auswahl einer medizinischen Cannabissorte ist nicht leicht. Denn jeder Mensch reagiert anders auf Cannabis und die Wirkung ist schwer vorherzusagen. Deshalb wirst Du vermutlich mehrere Sorten ausprobieren müssen, bis Du eine Sorte gefunden hast, die Dir Linderung bei Deinen Beschwerden verschafft. Dein Arzt wird Dir hierbei beratend und unterstützend zur Seite stehen.

Aus Erfahrungsberichten ist bekannt, dass ein relativ ausgeglichenes THC- und CBD-Profil beim Fibromyalgie-Syndrom nützlich sein kann. Das muss aber nicht so sein. Es gibt auch viele Patienten mit chronischen Schmerzen, die von einem hohen THC-Gehalt profitieren können.

Wenn Du Dir einen Überblick über alle auf dem deutschen Markt verfügbaren Cannabisblüten verschaffen möchtest, dann nutze bitte unser Bewertungssystem. Hier gibt es auch ein praktisches Filtersystem, sodass Du beispielsweise unter “Symptome” oder “Wirkungen” Deine Beschwerden anklicken kannst und Dir dann entsprechende Cannabissorten mit Bewertungen von Patienten vorgeschlagen werden. Sicherlich wird Dir auch Dein Arzt verschiedene Sorten vorschlagen, sodass ihr gemeinsam eine Entscheidung treffen könnt.

Quellen

[1] Strand NH, Maloney J, Kraus M et. al, Cannabis for the Treatment of Fibromyalgia: A Systematic Review. Biomedicines. 2023 Jun 2;11(6):1621. doi: 10.3390/biomedicines11061621. PMID: 37371716; PMCID: PMC10295750, Download vom 25.11.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37371716/