Arthritis
Wenn Du an rheumatoider Arthritis erkrankt bist und unter chronischen Schmerzen leidest, kann medizinisches Cannabis eine zusätzliche Therapieoption sein.
Für die rheumatoide Arthritis stehen verschiedene Standard-Therapien zur Verfügung. Oftmals sind diese jedoch nicht ausreichend wirksam und viele Patienten leiden zusätzlich unter den Nebenwirkungen. Deshalb nutzen viele Patienten medizinisches Cannabis als nebenwirkungsärmere Zusatztherapie.
Cannabis bei rheumatoider Arthritis
Das Endocannabinoid-System kann laut Studien ein vielversprechendes Therapieziel für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis sein, da es an der Regulation zahlreicher Prozessen im Körper beteiligt ist, wie an der Schmerzwahrnehmung, dem Immunsystem sowie Entzündungsprozessen. [1]
Da die Cannabinoide aus der Cannabispflanze das Endocannabinoid-System modulieren, kann medizinisches Cannabis dementsprechend bei chronisch-entzündlichen Schmerzen zum Einsatz kommen, auch wenn es aktuell nur wenige Studien gibt, in denen die Wirkung von Cannabinoiden speziell bei rheumatoider Arthritis untersucht wurde. Hingegen geht aus verschiedenen Umfragen hervor, dass Patienten durchaus von Cannabis profitieren können.
Cannabis auf Rezept bei rheumatoider Arthritis
Wenn Du Dich für einen Telemedizin-Anbieter entschieden hast, kannst Du Dich dort registrieren und musst in der Regel zunächst einen Fragebogen ausfüllen. Hier werden Dir Fragen zu Deinen Erkrankungen, Symptomen und Deinem aktuellen Gesundheitszustand gestellt. Damit sich der Arzt ein besseres Bild machen kann, wirst Du meist dann aufgefordert, medizinische Unterlagen einzureichen, wie zum Beispiel:
- Arztbriefe von Fachärzten (z. B. Rheumatologe) und Deinem Hausarzt mit Nennung der Krankengeschichte und Diagnose
- Entlassungsbriefe aus Krankenhausaufenthalten
- Befundberichte von Untersuchungen (z. B. Blutuntersuchungen, Röntgen, MRT, CT)
- Medikamentenplan (Name der Arzneimittel, Dosierung, Zeitraum)
Sobald der Arzt Deine Angaben und Unterlagen geprüft hat, wirst Du die Einladung zu einem Erstgespräch erhalten.
Weitere wichtige Informationen findest Du in unserem Ratgeberartikel “Cannabis auf Rezept”, der Dir den Weg zum ersten Cannabisrezept erleichtert.
Anwendungsarten von Cannabis bei rheumatoider Arthritis
Medizinisches Cannabis lässt sich unterschiedlich anwenden. Häufig entscheiden sich Patienten für Cannabisblüten zum Verdampfen. Alternativ kannst Du aus den Blüten aber auch Esswaren oder Tees herstellen. Es gibt zudem die Möglichkeit, dass der Arzt Cannabisvollspektrumextrakte verordnet. Apotheker stellen dann aus Cannabisblüten eine ölige Lösung für die orale Einnahme her. Dein Arzt wird Dich selbstverständlich über alle Cannabinoid-basierten Arzneimittel aufklären, sodass Du Dich in Ruhe für eine Applikationsform entscheiden kannst.
Welche medizinische Cannabissorte bei rheumatoider Arthritis?
Ein hoher THC-Gehalt zeigt bei chronischen Schmerzen oftmals einen guten Effekt. Das muss aber nicht sein. Es gibt auch Patienten, die mehr auf ein ausgeglichenes THC- und CBD-Verhältnis ansprechen. Das liegt daran, dass Cannabis bei jedem Menschen anders wirkt, weshalb Patienten häufig erst einmal verschiedene Cannabissorten ausprobieren müssen, bis sie eine gefunden haben, die ihre Beschwerden hinreichend lindert.
Wenn Du Dir einen Überblick über alle auf dem deutschen Markt verfügbaren Cannabisblüten verschaffen möchtest, dann nutze bitte unser Bewertungssystem. Um eine geeignete Sorte zu finden, kannst Du unser praktisches Filtersystem nutzen. Wähle hier zum Beispiel bei “Symptome” Deine Beschwerden oder bei „Wirkungen“ den gewünschten Effekt aus und Du erhältst Vorschläge mit passenden Cannabissorten, detaillierten Beschreibungen und Bewertungen.
Quellen
[1] Kaur I, Behl T, Bungau S et al., The endocannabinoid signaling pathway as an emerging target in pharmacotherapy, earmarking mitigation of destructive events in rheumatoid arthritis. Life Sci. 2020 Sep 15;257:118109. doi: 10.1016/j.lfs.2020.118109. Epub 2020 Jul 19. PMID: 32698072, Download vom 05.12.2024 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32698072/